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LokalesKreis MettmannErkrath / Haan / Mettmann
9. März 2010 - 19:26 Uhr
Erkrath/ Unterbach: Licht und Basalt zur Erinnerung
von Tanja Albrecht
Für Eltern, die ein Kind verloren haben, soll es künftig besondere Gedenkstätten geben.
 
 

Erkrath/ Unterbach. Auf dem Evangelischen Friedhof Ehrenhainstraße im Wuppertaler Stadtteil Vohwinkel gibt es ihn schon: einen besonderen Ort zur Erinnerung an gestorbene Kinder. Die Trauerstätte dort, gleich neben der Friedhofskapelle, zeigt seelenvolle, in Stein gehauene Gesichter, in die sich Leid und Schmerz gegraben haben.

Auch auf dem Erkrather Friedhof an der Kreuzstraße und dem Unterbacher Friedhof an der Gerresheimer Straße soll es bald solche Plätze geben. Denn nicht jede Mutter und jeder Vater, die ein Kind verloren haben, können an einem Grab Abschied nehmen und trauern.

Das sind Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind.
2003 trat in NRW ein neues Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in Kraft. Darin wird geregelt, dass Tot- und Fehlgeburten auf einem Friedhof zu bestatten sind, wenn mindestens ein Elternteil dies wünscht. Fehlt eine solche Erklärung der Eltern, muss der Träger des Friedhofs Tot- und Fehlgeburten unter würdigen Bedingungen bestatten. Das gilt auch für Embryonen und Föten nach Abtreibungen. Auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof zum Beispiel gibt es für alle diese Fälle eine würdige Anlage.
Auch wenn die Initiatoren der Erkrather und Unterbacher Gedenkstätten bereits zahlreiche Unterstützer geworben haben, sind sie weiterhin auf Spenden angewiesen. Mehr Infos dazu gibt es in den Pfarr- und Gemeindeämtern der Kirchen.

Wie zum Beispiel die alte Frau, deren Sohn mit gerade einmal sechs Jahren zwischen die Fronten des Krieges geriet, 1945 auf der Flucht verhungerte und irgendwo am Straßenrand verscharrt wurde. Oder die Eltern, deren viel zu früh geborenes Kind kurzerhand mit dem Klinikmüll entsorgt wurde.

Die Erinnerung an „Sternenkinder“ ist ein ökumenischen Projekt

„Allen, die um ein Kind trauern, wollen wir einen Ort schaffen, an dem sie das tun können“, sagt Elisabeth Bayer (68), Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer und Mariä Himmelfahrt.

Von ihr und ihren Mitstreitern in dem Gremium ging die Idee für ein solche Gedenkstätte für „Sternenkinder“ aus. „Wir haben dann Kontakt zur Evangelischen Kirchengemeinde Erkrath aufgenommen, mit der wir ja eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet haben“, sagt Elisabeth Bayer. So wurde das Projekt „Sternenkinder“ ein ökumenisches.

Zwei Säulen aus Basalt, die Jörg Hahn, Steinmetz aus Gerresheim, mit den Ideengebern entworfen hat, sollen im Mittelpunkt der Erinnerungsstätte stehen, eine oder zwei Bänke, eine entsprechende Einpassung sowie Dauer- und Saisonpflanzen den Trauerort vervollständigen.

„Die Stelen werden die Inschrift ,Für unsere Kinder’ tragen und mit Sternen als Symbole verziert werden“, sagt Elisabeth Bayer. „Die Eltern können dort Lichter anzünden und kleine Steine als Erinnerung an ihre Kinder ablegen.“

Bestatter und Friedhofsgärtner bieten finanzielle Unterstützung an

Während in Unterbach die Gedenkstätte „bereits in trockenen Tüchern ist“ und Pfarrgemeinderatsmitglied Marten Wirtz mit den entsprechenden Arbeiten beginnt, sobald das Wetter es zulässt, steht auf dem Erkrather Friedhof noch eine Genehmigung der Stadt aus.

Denn dort soll nicht nur die Basaltsäule errichtet werden, sondern auf Initiative von Pfarrer Gerhard Herbrecht auch die Möglichkeit bestehen, „Sternenkinder“ zu bestatten. „Die Bestattungsunternehmen Heil und Effertz haben uns bereits zugesichert, dies kostenlos zu übernehmen“, sagt Elisabeth Bayer.

Darüber hinaus hätten auch die Friedhofsgärtner ihre kostenlose Unterstützung bei der Bepflanzung und Pflege der Gedenkplätze zugesichert. „Und der Steinmetz ist uns mit dem Preis für die Stelen auch sehr entgegen gekommen“, fügt Bayer hinzu.


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