Mettmann. Der Kreis muss und will sparen, um die kreisangehörigen Städte, die größtenteils finanziell aus dem letzten Loch pfeifen, möglichst gering über die Kreisumlage zu belasten. So stehen die Personalkosten, die sich 2010 auf etwa 60 Millionen Euro belaufen, in den gerade begonnenen Haushaltsberatungen in der Diskussion. Und die CDU hat im Kreisausschuss einen Paukenschlag gesetzt: Sie will eine besondere Stelle, und zwar die von Umweltdezernent Hans-Jürgen Serwe, streichen.
„Es geht uns um eine Dezernentenstelle. Das hat nichts mit dem Menschen zu tun“, erklärte CDU-Fraktions-Vorsitzender Klaus-Dieter Völker im Gespräch mit der WZ. „Wir wollten die erste Stelle, die frei wird, streichen. Und die Amtszeit von Herrn Serwe endet Mitte des Jahres.“
Es gehe darum, so Völker weiter, ein klares Signal zu setzen und „nicht nur unten zu kürzen, sondern auch oben“. Bei diesem Vorhaben habe sich die CDU der Zustimmung der FDP versichert, so dass es eine Mehrheit für den Beschluss im Kreistag gebe. Die Dezernenten sind Wahlbeamte auf B2-Stellen mit einem Grundgehalt von 6.500 Euro monatlich.
Aufgaben sollen auf vier Dezernate verteilt werden
Serwe ist in der Kreisverwaltung für das Planungs-, das Umwelt- sowie das Vermessungs- und Katasteramt zuständig. Nach den Vorstellungen der CDU soll die Arbeit auf die verbleibenden vier Dezernate verteilt werden.
Für deren Leiter – Landrat Thomas Hendele, Kreisdirektor Martin Richter, Rechts- und Ordnungsdezernent Nils Hanheide und Schul- und Kulturdezernentin Ulrike Haase – würde es zusätzliche Aufgaben geben. „Das muss sich jeder gefallen lassen“, sagte Völker. Die Neustrukturierung sei aber im Rahmen der Organisations-Hoheit Sache von Landrat Thomas Hendele.
Landrat Thomas Hendeles ist „begrenzt“ begeistert
Völkers Parteifreund Hendele zeigte sich auf Nachfrage der WZ „begrenzt begeistert“, erklärte aber: „Bei dem, was wir über die Jahre an der Basis an Personal eingespart haben, kann ich es dem Kreistag nicht verdenken, dass er auch an der Spitze verdichten will. Das wird aber hart.“ Über eine Umstrukturierung will Hendele erst dann beraten, wenn es tatsächlich einen entsprechenden Beschluss im Kreistag gibt.
Der Kreisausschuss ist in seiner Sitzung am Montag nach längerer Diskussion einstimmig dem Antrag der FDP gefolgt, vom Landrat ein neues Personalentwicklungskonzept erstellen zu lassen. FDP-Fraktionsvorsitzender Dirk Wedel erklärte, dass es notwendig sei, für die Jahre 2011 und 2012 Vorsorge zu treffen, da die kreisangehörigen Städte einen weiteren Einbruch ihrer Einnahmen erwarten.







